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Praxis7 min02. Mai 2026

DGUV V3 Prüfung: Ablauf & Checkliste

Eine DGUV V3 Prüfung zum ersten Mal zu organisieren wirft viele Fragen auf: Was muss vor Ort vorbereitet sein? Wie läuft die Prüfung selbst ab? Und was passiert mit dem Protokoll danach? Dieser Ratgeber führt Sie als Office-Manager oder Sicherheitsbeauftragte:r Schritt für Schritt durch den gesamten Ablauf — von der Vorbereitung über die Messungen nach DIN VDE 0701/0702 und DIN VDE 0100-600 bis zur Archivierung des Prüfprotokolls. So sind Sie am Prüftag souverän aufgestellt und vermeiden unnötige Verzögerungen.

Phase 1: Vorbereitung — was Sie als Auftraggeber leisten

Eine effiziente DGUV V3 Prüfung steht und fällt mit der Vorbereitung. Je besser Ihre Unterlagen und der Zugang vor Ort organisiert sind, desto schneller arbeitet die Elektrofachkraft (EFK) — und desto geringer fallen die Kosten pro Gerät aus. Erfahrungsgemäß lassen sich bei guter Vorbereitung 2 bis 5 Minuten pro Gerät einplanen, in der Mengenstaffel auch deutlich weniger.

Checkliste Vorbereitung Auftraggeber:

  • Geräteliste erstellen: Alle ortsveränderlichen und ortsfesten Betriebsmittel inklusive Standort, Hersteller, Typ und (sofern vorhanden) Inventar- oder Seriennummer erfassen. Eine saubere Liste verhindert, dass Geräte übersehen werden.
  • Zugang zu allen Räumen sichern: Schlüssel, Zugangskarten oder Codes für Serverräume, Lager, Werkstätten und Besprechungsräume bereithalten. Auch Putzkammern und Teeküchen werden geprüft.
  • Strom-Abschaltung ermöglichen: Für ortsfeste Anlagen nach DIN VDE 0100-600 muss der Prüfbereich kurzzeitig stromlos geschaltet werden können. Stimmen Sie kritische Bereiche (Server, Kühlgeräte, Produktion) vorab ab.
  • Ansprechpartner benennen: Eine Person, die während der gesamten Prüfung erreichbar ist, Fragen beantwortet und kurzfristige Entscheidungen treffen kann (z. B. zur Stilllegung eines Geräts).
  • Mitarbeitende informieren: Kurze Rundmail, dass Arbeitsplätze für 5 bis 10 Minuten geräumt werden müssen. Das spart Diskussionen am Prüftag.
  • Vorprotokolle bereitlegen: Frühere Prüfprotokolle erleichtern die Identifikation wiederkehrender Mängel und beschleunigen die Dokumentation.

Praxis-Tipp: Planen Sie die Prüfung wenn möglich außerhalb von Stoßzeiten oder am Randtag — viele Stuttgarter Betriebe wählen Freitagnachmittag oder die Zeit zwischen den Jahren.

Phase 2: Prüfablauf vor Ort — was die Elektrofachkraft konkret tut

Die DGUV V3 verweist auf die einschlägigen DIN-VDE-Normen. Welche Schritte durchlaufen werden, hängt davon ab, ob es sich um ein ortsveränderliches oder ein ortsfestes Betriebsmittel handelt.

Ortsveränderliche Geräte nach DIN VDE 0701/0702

Hierunter fallen alle steckerfertigen Geräte: Laptops, Bildschirme, Drucker, Kaffeemaschinen, Verlängerungskabel, Mehrfachsteckdosen, Werkzeuge.

  1. Sichtprüfung: Gehäuse, Stecker, Anschlussleitung und Zugentlastung werden auf Beschädigung, Knickstellen, Brandspuren oder Verschmutzung geprüft.
  2. Schutzleiterprüfung: Bei Geräten der Schutzklasse I darf der Schutzleiterwiderstand maximal 0,3 Ω betragen.
  3. Isolationswiderstandsmessung: Mindestwert 1 MΩ — geprüft wird, ob die Isolation zwischen aktiven Teilen und Gehäuse ausreichend ist.
  4. Schutzleiter- und Berührungsstrommessung: Stellt sicher, dass im Fehlerfall keine gefährlichen Ströme über das Gehäuse abfließen.
  5. Funktionsprüfung: Das Gerät wird kurz in Betrieb genommen, um die ordnungsgemäße Funktion zu bestätigen.

Ortsfeste Anlagen nach DIN VDE 0100-600

Dazu zählen Verteiler, fest verlegte Steckdosen, Beleuchtung und Festanschlüsse.

  • Sichtprüfung der Installation und Beschriftung
  • Erder- und Schutzleitermessung
  • Isolationsmessung der einzelnen Stromkreise
  • Schleifenwiderstandsmessung (Netzimpedanz) zur Bewertung des Kurzschlussverhaltens
  • RCD-Test: Auslösestrom und Auslösezeit der Fehlerstrom-Schutzschalter werden geprüft

Plakettierung und Mängelumgang

Jedes geprüfte Gerät erhält eine Prüfplakette mit Prüfdatum und nächstem Prüftermin. Geräte mit Mängeln werden sofort stillgelegt, mit einer "nicht bestanden"-Plakette versehen und im Protokoll dokumentiert. Eine Weiternutzung ist bis zur Reparatur nicht zulässig — diese Konsequenz überrascht viele Erstbesteller, ist aber rechtlich zwingend.

Phase 3: Prüfprotokoll und Nachbereitung

Das Prüfprotokoll ist Ihr zentraler Nachweis gegenüber Berufsgenossenschaft, Versicherung und Aufsichtsbehörden. Es muss vollständig und nachvollziehbar sein.

Pflichtangaben im Prüfprotokoll DGUV V3:

  • Geräteliste mit Inventar- bzw. Seriennummer
  • Standort des jeweiligen Geräts
  • Gemessene Werte (Schutzleiter, Isolation, Berührungsstrom)
  • Prüfergebnis (bestanden / nicht bestanden / mit Mängeln)
  • Prüfdatum und Termin der nächsten Prüfung
  • Name und Unterschrift der verantwortlichen Elektrofachkraft

Checkliste Nachbereitung:

  • Protokoll archivieren: Empfohlen sind mindestens 5 Jahre, besser bis zur übernächsten Prüfung. Digitale Archivierung mit Volltextsuche erleichtert spätere Audits.
  • Mängelgeräte bearbeiten: Reparatur durch Fachbetrieb, anschließend Wiederholungsprüfung — oder Aussonderung mit Entsorgungsnachweis.
  • Folgetermin im Kalender vermerken: Die Prüfintervalle ergeben sich aus DGUV V3 in Verbindung mit der TRBS 1201 und liegen je nach Geräteart und Einsatzbedingungen typischerweise zwischen 6 Monaten und 4 Jahren.
  • Verantwortlichkeiten klären: Wer informiert die Geschäftsführung über kritische Mängel? Wer beauftragt Reparaturen?

Praxis-Tipp für Stuttgart: Mit einer digital geführten Geräteliste und QR-Code-basierten Plaketten lassen sich Folgetermine automatisiert planen. Das spart bei der nächsten Prüfung deutlich Zeit — und entlastet Sie als Office-Manager:in von der manuellen Nachverfolgung.

Fazit

Wer Geräteliste, Zugang und Ansprechpartner sauber vorbereitet, erlebt eine DGUV V3 Prüfung als strukturierten, planbaren Termin. Die Messungen nach DIN VDE 0701 und DIN VDE 0100-600 folgen einem klaren Schema, die Plakettierung schafft Transparenz, und ein vollständiges Prüfprotokoll sichert Sie rechtlich ab. Mit dieser Checkliste begleiten Sie Ihre erste Prüfung souverän — und legen den Grundstein für einen nachhaltigen Prüfzyklus in Ihrem Unternehmen.

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